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Miet-Guide

Campervan mieten – Was du wissen musst

Welche Größe für welche Reise, welche Kosten versteckt im Kleingedruckten stecken und was du bei der Übernahme unbedingt prüfen solltest.

Welche Campervan-Größe ist die richtige?

Kleines Wohnmobil / Van

Länge: 4,5–5,5 m
Personen: 1–2
Vorteile

Flexibel in der Stadt, günstige Stellplätze, überall parkbar

Nachteile

Wenig Stauraum, kein Stehplatz, enger bei Schlechtwetter

Ideal für

Paare, Kompromiss-Reisende, kurze Trips

Mittleres Wohnmobil

Länge: 5,5–6,5 m
Personen: 2–3
Vorteile

Stehplatz möglich, mehr Küche und Stauraum, Allrounder

Nachteile

In Stadtzentren manchmal eingeschränkt, höhere Mietkosten

Ideal für

Paare die komfortabel reisen, Kleinfamilien

Großes Wohnmobil / Alkoven

Länge: 6,5–8,5 m
Personen: 3–5
Vorteile

Viel Raum, feste Betten, Nassraum, Vollküche

Nachteile

Eingeschränkt in Bergregionen, viele Stellplätze haben Längenlimits

Ideal für

Familien, lange Reisen, komfort-orientierte Paare

VW-Bus / Hochdach-Van

Länge: 4,5–5,0 m
Personen: 2
Vorteile

Günstigster Einstieg, flexibel, als Alltagsauto nutzbar

Nachteile

Kein eigenes Bad, kleines Bett, wenig Platz bei Schlechtwetter

Ideal für

Solo-Reisende, Paare mit Outdoor-Affinität

Drei Fragen, die die Wahl entscheiden

Festes oder umgebautes Bett?

Ein festes Bett (ohne Umbauen) macht den Alltag komfortabler. Besonders bei längeren Reisen und Menschen, die abends entspannen statt aufräumen wollen. Kosten ca. 20–40 €/Tag mehr.

Eigenes Bad oder Campingplatz-Sanitär?

Eigenes Bad (Dusche + WC) gibt Unabhängigkeit, kostet aber mehr und braucht ein größeres Fahrzeug. Gute Campingplätze haben gute Sanitäranlagen – für viele ist das ausreichend.

Autark oder mit Strom-Anschluss?

Autarkes Fahren (Solar, Batterie) gibt Freiheit auf Wildstellplätzen. Wer hauptsächlich auf Campingplätzen steht, braucht keine große Batterie – der 230V-Anschluss liefert alles.

Was kostet ein Campervan-Roadtrip wirklich?

Vollständige Kostenliste – die versteckten Posten sind oft größer als die sichtbaren.

Grundmiete
60–180 €/Tag

Tagessatz × Reisetage. In Hochsaison 30–60 % teurer als Nebensaison.

Kilometer-Paket
Prüfen bei Buchung

Viele Anbieter haben inkl. km-Limit. Mehrstrecke kostet 0,10–0,25 €/km extra.

Kaution
1.500–2.500 €

1.000–3.000 € Kaution üblich. Kreditkarte nötig. Vollkasko prüfen.

Versicherung
8–25 €/Tag

Haftpflicht inklusive, Vollkasko oft extra (8–25 €/Tag). Unbedingt abschließen.

Endreinigung
50–200 €

Oft obligatorisch oder gegen Aufpreis buchbar. Eigene Reinigung spart 50–150 €.

Campinggas-Nachfüllung
20–80 €

Manche Anbieter verlangen Rückgabe mit vollem Tank. Auf Startfüllung achten.

Fähren & Mautstraßen
Je nach Route

In Norwegen, Schottland und Italien können Fähren pro Strecke 30–80 € kosten.

Campingplatz / Stellplatz
20–40 €/Nacht

15–45 €/Nacht auf Campingplätzen, 0–15 € auf freien Stellplätzen (wo erlaubt).

Beispiel-Budget: 10 Tage Norwegen-Roadtrip für 2 Personen

Campervan-Miete (10 Tage, Hochsaison)1.500 €
Vollkasko-Versicherung170 €
Kraftstoff (Diesel, ca. 1.500 km)~250 €
Fähren (Fjorde, Inseln)~300 €
Stellplätze (8× Campingplatz, 2× wild)~280 €
Lebensmittel & Kochen an Bord~300 €
Eintrittsgelder & Aktivitäten~200 €
Diverses, Drogerie, Souvenirs~150 €
Gesamt (2 Personen) ca. 3.150 €
Pro Person ca. 1.575 €

Norwegen ist teuer – Lebensmittel und Fähren kosten hier mehr als in Südeuropa. DACH-Roadtrip: ca. 40–50 % günstiger.

Checkliste: Das musst du vor und bei der Buchung prüfen

  • Kilometerkilimit und Mehrkilometer-Preis prüfen
  • Vollkaskoversicherung mit oder ohne Selbstbeteiligung klären
  • Kautionshöhe und Zahlungsart (Kreditkarte meist Pflicht)
  • Fahrberechtigung: Führerscheinklasse B reicht meist, bei > 3,5 t manchmal C1 nötig
  • Mindestalter: viele Anbieter fordern 21–25 Jahre
  • Zusatzfahrer eintragen lassen – nicht nachträglich möglich
  • Rückgabe-Uhrzeit beachten – Überschreitung kostet einen ganzen Tagessatz
  • Auslandszulassung: Manche Anbieter erlauben bestimmte Länder nicht
  • Unfallprotokoll und Notfallnummer des Anbieters abspeichern
  • Übernahme-Protokoll fotografisch dokumentieren – jeden Kratzer festhalten

Weiterführende Ratgeber